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kalshi deutschland legal — was Sie über Recht und Steuer wissen müssen

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Geprüft von: Lena Vogel · Redakteurin Finanzmärkte · Aktualisiert Mai 2026

Stand: 12. Juli 2026. Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ausdrücklich keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Rechtslage rund um Prognosemärkte (Prediction Markets) in Deutschland ist nicht abschließend geklärt und ändert sich derzeit schnell. Für konkrete Fragen ziehen Sie bitte einen auf Glücksspiel- oder Finanzrecht spezialisierten Fachanwalt bzw. einen Steuerberater hinzu.

Kalshi ist eine US-amerikanische Börse für sogenannte Event-Kontrakte — Ja/Nein-Verträge auf den Ausgang künftiger Ereignisse. Wer aus Deutschland darauf zugreifen möchte, stellt schnell die entscheidende Frage: Ist die Nutzung von Kalshi in Deutschland legal? Die ehrliche Antwort ist differenziert. Wir ordnen den regulatorischen Rahmen, die mögliche Strafbarkeit und die Steuerfragen so genau wie möglich ein — und benennen offen, wo belastbare Quellen fehlen.

Ist Kalshi in Deutschland legal?

Kalshi selbst ist in den USA vollständig reguliert: Die US-Aufsichtsbehörde CFTC erteilte KalshiEX LLC am 4. November 2020 den Status eines Designated Contract Market (DCM) nach dem Commodity Exchange Act. Kalshi ist damit die erste regulierte Börse, die sich auf Event-Kontrakte spezialisiert hat.

Kalshi ist nicht auf US-Bürger beschränkt. Nach eigenen Angaben können Nutzer aus über 140 Ländern handeln — vorbehaltlich einer Liste gesperrter Jurisdiktionen, voller Identitätsprüfung (KYC) und einer Wohnsitzprüfung bei der Anmeldung. In zwei unabhängigen Sekundärquellen, die das Kalshi-Mitgliederabkommen (Version 1.6, Mai/Juni 2026) wörtlich wiedergeben, taucht Deutschland nicht auf der Sperrliste auf; gesperrt sind dort u. a. Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Ungarn, Irland, Bulgarien sowie das Vereinigte Königreich und die Schweiz.

Wichtig: Diese Einordnung ließ sich nicht am maßgeblichen Originaldokument prüfen — die primäre PDF-Fassung des Mitgliederabkommens war wiederholt nicht abrufbar. Zugleich behaupten einzelne Krypto-Medien, Kalshi sperre deutsche Nutzer aktiv; ein konkret dokumentierter Geoblock-Hinweis für Deutschland bezog sich jedoch nachweislich auf eine andere Plattform (ADI Predictstreet), nicht auf Kalshi. Ob ein deutscher Wohnsitznutzer aktuell tatsächlich ein Konto eröffnen und handeln kann, sollte deshalb direkt bei der Anmeldung geprüft und nicht aus Sekundärberichten abgeleitet werden.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen zwei Ebenen: Ob Kalshi anbieten darf (Anbieterperspektive) und ob ein deutscher Nutzer teilnehmen darf (Nutzerperspektive) — das sind zwei verschiedene Rechtsfragen.

Kalshi und die deutsche Regulierung (GlüStV, BaFin)

Für Kalshi in Deutschland existieren zwei parallele Regulierungsstränge, und welcher greift, hängt vom jeweiligen Kontrakt ab — nicht von der Bezeichnung „Event-Kontrakt".

1. Glücksspielrecht (GlüStV / GGL)

Nach § 3 GlüStV liegt Glücksspiel vor, wenn für die Chance auf einen Gewinn ein Entgelt gezahlt wird und der Ausgang überwiegend vom Zufall abhängt. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 lässt nur vier lizenzierbare Produkte zu (Sportwetten, Online-Casino, Online-Poker, virtuelle Automatenspiele). Die Aufsichtsbehörde GGL stufte in einer Warnung vom September 2025 (gegen Polymarket) Nicht-Sport-Wetten — etwa auf Wahlen, Gerichtsurteile oder Naturkatastrophen — ausdrücklich als nicht lizenzierbares, illegales Glücksspiel ein. Für solche Kontrakte gibt es in Deutschland derzeit keinen legalen Anbieterweg.

2. Finanzaufsichtsrecht (BaFin / MiFID II)

Bezieht sich ein Kontrakt auf einen finanziellen Basiswert im Sinne von Anhang I Abschnitt C (4)–(10) der MiFID II (z. B. Indizes, Zinsen, Devisen, Rohstoffe), gilt er eher als Derivat und damit als Finanzinstrument. Anfang Juli 2026 stellte die ESMA klar (Erklärung Ref. ESMA35-243228190-8148): Event-Kontrakte, die als Finanzinstrument qualifizieren und einen festen Betrag bei Ja/Nein zahlen, erfüllen die Definition binärer Optionen — und deren „Vermarktung, Vertrieb oder Verkauf an Kleinanleger" ist EU-weit bereits verboten. Die BaFin setzt dieses Verbot mit ihrer Allgemeinverfügung vom 1. Juli 2019 dauerhaft national um. Selbst der Vertrieb an Nicht-Kleinanleger setzt eine Zulassung als Wertpapierfirma voraus.

Das Verbot wirkt kontraktbezogen: Es trifft nur Event-Kontrakte, deren Basiswert sie zum Finanzinstrument macht — nicht automatisch jeden Kalshi-Markt. Die Kanzlei Taylor Wessing bezeichnet die Einordnung als „komplex" und „rechtlich riskant".

Durchsetzung. Medienberichten zufolge unterzeichneten am 17. Juni 2026 neun Länder — darunter Deutschland — eine gemeinsame Enforcement-Initiative gegen Prognosemärkte. Zuvor hatten laut denselben Berichten u. a. Portugal (landesweite Sperre), Spanien (Sanktionsverfahren) und Frankreich (Geoblocking über die ANJ) gehandelt; die niederländische Behörde soll gegen Polymarket ein Bußgeld von rund 840.000 Euro verhängt haben. Die Durchsetzung richtet sich bisher fast ausschließlich gegen Anbieter, nicht gegen einzelne Nutzer.

Darf ein deutscher Nutzer Kalshi verwenden?

Auch hier lautet die ehrliche Antwort: nicht eindeutig legal. Zu unterscheiden ist zwischen § 284 StGB (Veranstalten unerlaubten Glücksspiels — trifft den Anbieter) und § 285 StGB (Teilnahme am unerlaubten Glücksspiel — trifft den Spieler; Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen). Für § 285 ist Vorsatz nötig, wobei bedingter Vorsatz genügt. Nach dem Territorialitätsprinzip (§ 3 StGB) gilt deutsches Strafrecht, wenn der Spieler im Inland handelt; die Nutzung eines VPN zur Umgehung eines Geoblocks kann als Indiz für Vorsatz gewertet werden. Eine ausländische Lizenz schützt den Nutzer nicht.

Gleichzeitig bestehen echte Unsicherheiten: Ist ein konkreter Kontrakt ein Finanzinstrument, greift die Glücksspiel-Strafbarkeit nach § 285 möglicherweise gar nicht — dann bindet das Verbot den Verkäufer, nicht den Nutzer. Zudem hat die BaFin die „Anteile" von Prognosemärkten bislang nicht abschließend klassifiziert. In der Praxis gibt es keine veröffentlichten Urteile gegen private Nutzer, und die Plattformen sperren häufig deutsche IPs. Das praktische Risiko für Einzelne ist gering — „geringes Risiko" ist jedoch nicht dasselbe wie „legal".

Steuern auf Kalshi-Gewinne in Deutschland

Auch die Kalshi-Steuer ist ungeklärt: Es gibt weder ein Gesetz noch ein BMF-Schreiben noch ein Gerichtsurteil, das Gewinne aus Prognosemärkten speziell regelt. Die steuerliche Behandlung hängt vollständig davon ab, wie das Finanzamt die Tätigkeit einordnet — von 0 % bis über 45 % ist alles denkbar.

  • Steuerfreies Glücksspiel: Reine Spiel- und Wettgewinne fallen nicht unter die sieben Einkunftsarten des EStG und wären damit steuerfrei (Verluste nicht abziehbar). Die Finanzverwaltung legt den Glücksspielbegriff jedoch eng aus; analytische Elemente von Event-Kontrakten schwächen dieses Argument.
  • Termingeschäft (§ 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 EStG): Gilt der Kontrakt als Derivat, unterliegen Gewinne der 25 % Abgeltungsteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer). Die Verlustverrechnungsbeschränkung für Termingeschäfte (§ 20 Abs. 6 EStG) wurde durch das Jahressteuergesetz 2024 rückwirkend abgeschafft.
  • Privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG): Dieser Weg betrifft primär On-Chain-Plattformen (z. B. Polymarket mit übertragbaren Token auf der Blockchain). Kalshi führt Positionen dagegen zentral im Nutzerkonto (kein On-Chain-Token), sodass § 23 EStG hier regelmäßig nicht einschlägig sein dürfte.
  • Sonstige Leistung (§ 22 Nr. 3 EStG): Fällt die Glücksspiel-Einordnung weg und liegt Gewinnerzielungsabsicht vor, sind Gewinne oberhalb der Freigrenze von 256 €/Jahr zum persönlichen Satz steuerpflichtig.
  • Gewerbliche Einkünfte (§ 15 EStG): Hochfrequenter, planmäßiger Handel kann als Gewerbebetrieb gelten — dann Einkommensteuer plus Gewerbesteuer.

Meldepflicht: Eine ausländische Plattform behält keine deutsche Kapitalertragsteuer ein — Gewinne sind selbst zu deklarieren (Anlage KAP bei § 20, Anlage SO bei § 23/§ 22). Nach § 40 AO können Einkünfte unabhängig davon steuerpflichtig sein, ob die Plattform in Deutschland lizenziert ist. Steuerkanzleien empfehlen eine lückenlose Dokumentation aller Ein-/Auszahlungen und Transaktionen; ab jedem nennenswerten Volumen wird die Einbindung eines (idealerweise krypto-affinen) Steuerberaters geraten.

Zugang & legale Alternativen

Nach heutigem Stand gibt es in Deutschland keinen rechtssicheren Weg, Nicht-Sport-Event-Kontrakte anzubieten, und kein großer Prognosemarkt-Anbieter besitzt eine deutsche Lizenz. Wer legal und reguliert wetten möchte, ist auf die vier vom GlüStV 2021 zugelassenen und von der GGL lizenzierten Produktkategorien verwiesen — insbesondere Sportwetten bei Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist. Diese decken allerdings nur „definierte Sportereignisse mit klaren, überprüfbaren Ergebnissen" ab und bieten gerade nicht die politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Event-Kontrakte, für die Kalshi bekannt ist.

Konkret bedeutet das: Es existiert derzeit keine deutschlandlizenzierte 1:1-Alternative zu Kalshis Nicht-Sport-Märkten. Juristische Kommentare werten eine VPN-Nutzung zur Umgehung von Geoblocks als Vorsatzindiz, was das strafrechtliche Risiko erhöht.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Kalshi in Deutschland verboten?

Kalshi ist in den USA reguliert. Für das Angebot an deutsche Kleinanleger gilt: Nicht-Sport-Kontrakte sind aus Glücksspielsicht nicht lizenzierbar, und als Finanzinstrument qualifizierende Kontrakte sind als binäre Optionen für Kleinanleger EU-weit verboten. Ob Kalshi deutsche Nutzer aktuell sperrt, ließ sich nicht abschließend bestätigen — bitte bei der Anmeldung selbst prüfen.

Mache ich mich strafbar, wenn ich Kalshi nutze?

Wird die Plattform als unerlaubtes Glücksspiel eingestuft, ist die Teilnahme nach § 285 StGB formal strafbar (Vorsatz nötig). Gilt der Kontrakt hingegen als Finanzinstrument, greift diese Norm möglicherweise nicht. Verfolgt werden bislang Anbieter, nicht private Nutzer — geringes Risiko ist aber keine Legalität.

Muss ich Kalshi-Gewinne versteuern?

Möglicherweise ja — abhängig von der Einordnung (steuerfrei bis ~45 % plus Gewerbesteuer). Da keine amtliche Regelung existiert, wird in der Praxis geraten, Gewinne selbst zu deklarieren, zu dokumentieren und fachlichen Rat einzuholen.

Gibt es eine legale Alternative in Deutschland?

Nur GGL-lizenzierte Produkte (v. a. Sportwetten von Whitelist-Anbietern) sind legal. Eine lizenzierte 1:1-Alternative zu Kalshis Nicht-Sport-Event-Kontrakten gibt es derzeit nicht.

Hinweis: Dieser Text fasst öffentlich zugängliche Quellen mit Stand 12. Juli 2026 zusammen. Die entscheidende ESMA-Erklärung ist gut eine Woche alt; die Praxis kann sich bereits geändert haben. Es handelt sich um allgemeine Information, nicht um Rechts- oder Steuerberatung.

Quellen

Geo-Restriktionen auf Polymarket — welche Märkte sind wo verfügbar?

Bestimmte Polymarket-Märkte sind in bestimmten Jurisdiktionen nicht handelbar. PolyGram respektiert alle Polymarket-seitigen Geo-Restriktionen — es gibt keine Interface-Umgehung. Die Verfügbarkeit eines Marktes ist auf der Markt-Detailseite sichtbar bevor Sie eine Order platzieren.

KYC und Identitätsprüfung

Polymarket verlangt für das Handeln über bestimmten Einzahlungs- und Auszahlungsschwellen eine Verifizierung. Die Details hängen an Ihrer Region und an aktuellen regulatorischen Vorgaben. PolyGram übernimmt dieselben KYC-Anforderungen, die Polymarket direkt auferlegt — es gibt keine Umgehung. Die Verifizierung umfasst typischerweise amtlichen Ausweis, Adressnachweis und in einigen Fällen ein Live-Selfie.

Steuer in DE

In Deutschland werden Gewinne aus Prognosemärkten in der Regel als sonstige Einkünfte nach §22 Nr. 3 EStG oder — je nach Gestaltung — als Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften behandelt. Die genaue Einordnung hängt am Einzelfall. Dokumentieren Sie sauber: jeden Trade, die Kostenbasis, das Auszahlungsdatum. Dies ist keine Steuerberatung.

Steuer in AT und CH

In Österreich kann die Einordnung von Prognosemarkt-Gewinnen je nach Umfang zwischen "nicht steuerbar" und "gewerbliche Einkünfte" liegen. In der Schweiz ist die private Handelstätigkeit im Regelfall steuerfrei, während gewerbsmäßiger Handel einkommensteuerpflichtig werden kann. Die Schwelle zur Gewerbsmäßigkeit ist keine exakte Zahl — konsultieren Sie bei signifikanten Volumina einen Steuerberater.

Sanktionslisten und Geo-Restriktionen

Bestimmte Märkte sind in einzelnen Ländern nicht zugänglich. Polymarket implementiert Geo-Restriktionen auf Vertragsebene. PolyGram respektiert diese Restriktionen — es gibt keinen Workaround über die Oberfläche.

Häufige Fragen

Ist PolyGram in Deutschland legal?

Prognosemankte befinden sich in einer regulatorischen Grauzone in Deutschland. Wir empfehlen, rechtliche Beratung einzuholen. Dies ist keine Rechtsberatung.

Muss ich Gewinne bei PolyGram versteuern?

In Deutschland können Gewinne aus Spekulationsgeschäften steuerpflichtig sein. Bitte konsultieren Sie einen Steuerberater. Dies ist keine Steuerberatung.

Wie handhabt PolyGram den Datenschutz (DSGVO)?

PolyGram verarbeitet nur die für den Betrieb notwendigen Daten und respektiert die DSGVO. Eine Datenauskunft oder -löschung können Sie per Support-Anfrage beantragen.

Welche Daten speichert PolyGram über mich?

PolyGram speichert Ihre Telegram-ID, Handelshistorie und Wallet-Adressen. Passwörter oder private Schlüssel werden nie im Klartext gespeichert.

Kann ich mein Konto und meine Daten löschen?

Ja, Sie können die Löschung aller personenbezogenen Daten per Support-Anfrage beantragen. Die Handelshistorie auf der Blockchain bleibt als öffentliches Ledger erhalten.

Hat PolyGram eine BaFin-Lizenz?

PolyGram operiert als dezentrales Protokoll und verfügt derzeit über keine BaFin-Lizenz. Bitte informieren Sie sich über die aktuellen regulatorischen Entwicklungen in Ihrer Region.

Gibt es Altersbeschränkungen für PolyGram?

Die Nutzung von PolyGram setzt ein Mindestalter von 18 Jahren voraus. Durch die Telegram-Anmeldung wird das Mindestalter von Telegram vorausgesetzt.

Wie behandelt PolyGram Anti-Geldwäsche (AML)?

PolyGram implementiert AML-Maßnahmen entsprechend internationaler Standards. Bei ungewöhnlichen Transaktionen kann eine erweiterte Identitätsprüfung erforderlich sein.

Sind meine Gewinne durch eine Einlagensicherung geschützt?

Nein — USDC-Guthaben auf Polygon sind nicht durch staatliche Einlagensicherungen geschützt. PolyGram empfiehlt, nur Beträge einzusetzen, deren Verlust Sie sich leisten können.

Was passiert steuerlich beim Tausch USDC zu EUR?

Die steuerliche Behandlung von Krypto-zu-Fiat-Umtausch variiert. In Deutschland kann dies ein steuerpflichtiges Ereignis sein. Bitte holen Sie steuerliche Beratung ein. Dies ist keine Steuerberatung.

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